Meine Erfahrung mit der Inkontinenz

 

Ich bin nicht inkontinent, sondern nur ein Windelliebhaber (DL), doch es geschah im ersten Quartal 1997, als ich immer öfter das Gefühl hatte auf Toilette zu müssen. Dann kam es mir auch mal so vor, als ob ich gar nicht müsse, doch als der erste Tropfen kommen wollte, mußte ich rennen, damit es nicht in die Hose ging. Es begann so schwach und wurde immer stärker, es schlich sich langsam an. Ich habe es anfänglich gar nicht ernst genommen und dachte, es komme vom zu vielen Windeltragen oder so. Obwohl ich es noch gar nicht so richtig wahr genommen hatte, erzählte ich es übertrieben einer Apothekerin. Ich habe die Geschichte etwas "verschönt", so als wäre ich auf´s schwerste inkontinent. Ich fragte erst, ob sie nocht ein paar Proben da habe, sie holte welche und fragte für wen die seien sollten und ich erwiderte, daß sie für einen älteren Herrn sind, dann ging sie näher darauf ein, ob wir es nicht erst mit ein paar kleineren versuchen sollten. Ich sagte ihr, daß sie für mich sein sollen und wurde knallrot dabei. Wir flüsterten fast nur noch, der Auslöser mußte ich gewesen sein. Ich sagte, daß ich gar kein Einfluß mehr darauf nehmen könne und es nur noch automatisch losläuft und dabei sehr große Mengen Urin abgehen. Ich erzählte ihr, daß ich mich nicht durchringen kann zum Arzt zu gehen. Sie versuchte mir Mut zu machen, mögliche Ursachen anzubieten und holte mir noch einen Stapel von Pröbchen. Mehrere Tena-Comfort-Einlagen - Saugstärke Super, eine schwächere und eine stärkere (maxi) Tena-Einlage war dabei und auch ein Tena-Slip. Sie riet mir nochmals dazu zum Arzt zu gehen, das Problem lasse sich garantiert in den Griff bekommen.
Ich ging also nach Hause mit einer Menge Proben. Ich habe zu diesen Zeitpunkt noch nicht gewußt, daß ich die Proben so schnell verbrauchen würde. Inzwischen konnte ich Urin nicht mehr lange halten, weil ich nicht mehr richtig fühlte, wann ich mußte. Ich ging einfach ganz oft zur Toilette und versuchte es einfach. Doch ich konnte auch nicht richtig die Blasenentleerung steuern. Ich habe fest meine Bauchmuskeln angespannt und war irgendwie anders am Drücken, dann kam aber auch nie viel Urin. Wenn ich mal lange unterwegs war, zu diesem Zeitpunkt fuhr ich oft nach Belgien, war ich auf Windeln angewiesen. Die Urinmenge verkleinerte sich ein wenig, dafür hatte ich nur noch irritierende "Blasenfüllstands- meldungen". Wenn ich meinte ich mußte, kam nichts und wenn ich meinte ich muß nicht, konnte es passieren, daß es einfach loslief. Es wurde so schlimm, daß ich wirklich zum Arzt mußte. Der Arzt fragte exakt nach, wie sich mein Problem äußerte. Er schickte mich zu einen Urologen und einen Radiologen und verschrieb mir eine Packung TENA-Comfort-Einlagen "Super". Beim Radiologen bekam ich ein CT vom Schädel (Computer Tomographie). Der Urologe machte eine Ultrschalluntersuchung und eine Röntgenuntersuchung. Mein Hausarzt nahm noch eine Urinprobe. Morgens, wenn ich arbeiten wahr, traute ich mich nicht mich zu windeln. Das wäre für mich das Hauptproblem, wenn ich dauerhaft inkontinent wäre, stattdessen ging ich fast 1 mal pro Stunde auf die Toilette, um meine "Bauchdrücken"-Entleerung durchzuführen. In der restlichen Zeit mußte ich inzwischen immer gewickelt sein.
Ich fuhr für eine Weile nach Belgien zu meiner Freundin, die für meine Leidenschaft verständnis hat und auch für meine damalige inkontinenz Verständnis hatte. Mit der Zeit bekam ich immer mehr Schmerzen in der Blase. An einem Tag wurde es dann noch schlimmer, ich hatte Fieber, mir war sehr schwindelig, schlecht, ich fühlte mich so richtig Krank. Ich näßte nur noch in kleinen Mengen ein, aber dafür sehr oft. Außer morgens, da kam mehr. Nachts habe ich sellten eingenäßt, da ich in liegen sowieso nicht sehr gut pinkeln kann, aber morgens hatte sich doch was mehr angesammelt, wahrscheinlich weil im Liegen mein verschluß besser ist, so daß ich mich beim Aufrichten sehr naß gemacht habe. Da mein Krankheitsbild schlimmer wurde, mußte ich Abends noch zum Notarzt. Der Arzt machte sich einen kurzen Überblick über meine Krankheit und wieß mich darauf hin, daß auch psychische Gründe dafür vorliegen können. Sogar viel Stress könnte dazu führen, das wäre in der Medizin inzwischen bekannt und anerkannt. Sie nahm nochmal eine Urinprobe von mir und analysierte sie. Das Urin war rötlich, sie stellte rote Blutkörper im Urin fest. Sie sagte, das es wohl eine Blasenentzündung wäre und verschrieb mir ein passendes Antibiotika und tatsächlich wurde es mit der Einnahme des Medikaments besser. Es dauerte gar nicht mal so lange, bis ich wieder "trocken" wurde.
Während meiner Inkontinez gingen mir viele Gefühle durch den Kopf. Manchmal freute ich mich, weil ich als DL ja sowieso gerne Windeln trage, manchmal ging es mir auch auf die Nerven. Es ist einfach ein Unterschied, ob man absichtlich einnäßt oder ob man es nicht mehr kontrollieren kann. Ununterbrochen in Windeln zu liegen habe ich mir auch schöner vorgestellt. Auf dauer kann man sich auch mal danach sehnen, mal ohne Windel dazuliegen. Genau das hatte ich mal getan. Ich hatte eine nasse Windel und meine Freundin zog sie mir aus. Ich sagte, daß ich mal ´ne Weile ohne da liegen mochte. Sie hat mich gelassen, weil ich ja erst meine Windel naß gemacht hatte, so schnell würde ja nichts nachkommen. Denkste, bereits nach einer Stunde hatte ich einen kleinen See im Bett plaziert. Was noch viel schlimmer war, ist das Verstecken der Inkontinez. Ich konnte es keinen erzählen, zumal da ich damals erst 20 Jahre alt war. Immer hatte ich Angst entdeckt zu werden, da ich ja nicht auf die Windel verzichten konnte. Wenn ich bei meiner Freundin in Belgien war, fühlte ich mich wohler. Ich konnte auch mitten durch Aachen laufen, mir machte das nichts aus. Das Gefühl "mich kennt hier keiner und die mich kennenlernen, lernen mich direkt so kennen" hat mir jegliche Angst genommen. Da fand ich es nicht schlimm. Zu Hause, wo mich so viele Leute kennen war die Inkontinenz ein unerträgliches Problem.
Wenn die Inkontinenz nochmal zu mir zurrückkommt und bleiben will, werde ich, wenn es möglich ist in einen anderen, min. 50km weit entfernten Ort ziehen. Ich muß inzwischen sagen, die Inkontinenz, die sich so viele DLs wünschen, ist gar nicht so wünschenswert. Es hat so viele unangenehme Begleiterscheinugnen, die viel schlimmer sind, als die Inkontinenz selbst, nämlich unsere Umwelt. Meine (schlimme) Inkontinenz dauerte über einen Monat an, das hat mir erst mal gereicht. Aber ich glaube, wenn ich älter werde, werde ich eine Inkontinenz immer weniger schlimm finden. Die Akzeptans für eine Inkontinenz und für inkontinente Personen steigt im Alter. Mit einer Inkontinenz verbinden viele das Wort "Opa" oder "Rentner". Im Altersheim tragen auch fast alle Windeln. Da guckt keiner mehr besonders hin. Ich kann mir vorstellen, daß ich mir im hohen Alter wieder eine Inkontinenz Wünsche und wenn es dann soweit ist, darüber wieder unglücklich sein werde,jedoch damit besser Leben kann. Ich glaube, daß es gut möglich ist, daß ich später inkontinent werde, da ich es mit 20 schon mal der Fall war.
Ich kann nur jeden Inkontinenten dazu Raten, nach für DLs positivem zu greifen. Mögliche angegebene Gründe für eine Windelleidenschaft, die auch auf mich zutreffen sind "Windeln sich weich - Windeln geben Geborgenheit - Windeln geben Sicherheit - Windeln sind warm - Windeln fühlen sich gut an - Windeln sind praktisch (eine Spannende Szene im Film, kein Problem, ab in die Windel) - Keine ekeligen Bahnhofs oder Kaufhofstoiletten" . Auch wenn die meisten Gründe für viele Inkontinenz-geplagten Menschen zu fern liegen, können solche fiktionen weiterhelfen. "Man kann sich ja alles einreden".

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